mpass: Was wurde aus dem mobilen Bezahlsystem von Telekom, Vodafone und o2?

Altes Smartphone auf Holztisch neben einem Kontoauszug

mpass: Ein Rückblick

Wer sich heute mit Mobile Payment beschäftigt, stößt gelegentlich noch auf den Namen mpass. Der Dienst war eines der ersten mobilen Bezahlsysteme in Deutschland — ein Gemeinschaftsprojekt von Telekom, Vodafone und O2, das 2012 an den Start ging und große Erwartungen weckte. Ich habe mpass damals selbst ausprobiert und war anfangs durchaus beeindruckt von der Idee: Mit dem Handy bezahlen, ganz ohne Kreditkarte oder App eines ausländischen Konzerns.

Doch die Realität sah anders aus. mpass wurde im April 2016 eingestellt — nach nur vier Jahren. Was ist passiert?

Wie funktionierte mpass?

mpass basierte auf einem NFC-Sticker, der auf das Smartphone geklebt wurde. Ja, richtig gelesen: ein Aufkleber. Da die meisten Smartphones damals noch keinen eingebauten NFC-Chip hatten (oder dieser für Zahlungs-Apps nicht freigegeben war), mussten die Nutzer einen separaten NFC-Sticker bestellen und auf ihr Gerät kleben.

Die Zahlung erfolgte dann kontaktlos an kompatiblen Terminals. Der Betrag wurde über die Handyrechnung oder ein hinterlegtes Konto abgerechnet. Die Registrierung lief über eine App, in der Name, Adresse und Bankverbindung hinterlegt wurden.

Warum ist mpass gescheitert?

Aus heutiger Sicht sind die Gründe offensichtlich:

  • Umständliche Technik: Der NFC-Sticker war eine Notlösung und wirkte provisorisch.
  • Geringe Akzeptanz: Nur wenige Händler unterstützten mpass zum Start.
  • Apple und Google: Als Apple Pay (2014) und Google Pay (2015) angekündigt wurden, war klar, dass ein deutsches Inselprojekt keine Zukunft hat.
  • Fragmentierung: Die Zusammenarbeit von drei konkurrierenden Mobilfunkanbietern führte zu internen Reibungsverlusten.
  • Zeitpunkt: mpass kam zu früh — die Infrastruktur an den Kassen war 2012 noch nicht bereit für kontaktloses Bezahlen.

Was können wir daraus lernen?

Als Bankkaufmann habe ich gelernt: Technische Innovation allein reicht nicht. Ein Zahlungssystem braucht eine kritische Masse an Akzeptanzstellen und eine nahtlose Nutzererfahrung. Beides fehlte bei mpass. Die Idee war richtig — die Umsetzung kam zu früh und war technisch zu umständlich.

Interessanterweise funktioniert das Prinzip „Mit dem Handy bezahlen“ heute hervorragend — nur eben nicht über die Mobilfunkanbieter, sondern über die Smartphone-Hersteller selbst.

Alternativen zu mpass (Stand 2026)

Wer heute mobil bezahlen möchte, hat deutlich bessere Optionen:

  • Apple Pay / Google Pay: Die Nachfolger in Geist, aber nicht in Technik. NFC-Zahlung direkt über das Smartphone, unterstützt von den meisten deutschen Banken.
  • Samsung Pay: Samsungs eigene Lösung, bankunabhängig über eine virtuelle Visa-Karte.
  • Sparkassen-App / VR-BankingApp: Die deutschen Banken bieten mittlerweile eigene Mobile-Payment-Funktionen in ihren Banking-Apps an.

Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie in meinem Mobile Payment Vergleich.

Alle Anbieter im direkten Vergleich finden Sie auf meiner eWallet-Übersichtsseite.