Mobile Payment in Deutschland: Der aktuelle Stand
Kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone hat sich in Deutschland endgültig durchgesetzt. Laut einer Studie der Deutschen Bundesbank nutzen mittlerweile rund 30 Prozent der Deutschen regelmäßig ihr Smartphone zum Bezahlen an der Ladenkasse. Als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal mit dem Handy an der Supermarktkasse bezahlt habe, waren die Reaktionen der Kassierer noch irritiert. Heute gehört es zum Alltag.
Doch welche App ist die richtige? In diesem Vergleich stelle ich die wichtigsten Mobile-Payment-Lösungen vor, die aktuell in Deutschland verfügbar sind.
So funktioniert Mobile Payment
Mobile Payment basiert in den meisten Fällen auf NFC-Technologie (Near Field Communication). Ihr Smartphone kommuniziert dabei drahtlos mit dem Bezahlterminal — über eine Distanz von wenigen Zentimetern. Die eigentliche Zahlung läuft über eine sogenannte Tokenisierung: Statt Ihrer echten Kartennummer wird ein einmaliger Token übertragen. Selbst wenn jemand diese Daten abfangen würde, wären sie nutzlos.
Aus Sicherheitsperspektive ist das ein erheblicher Fortschritt gegenüber der klassischen Kartenzahlung, bei der Ihre echte Kartennummer über das Terminal läuft. Als Ex-Bankkaufmann kann ich bestätigen: Die Tokenisierung macht Mobile Payment zu einer der sichersten Bezahlmethoden überhaupt.
Die wichtigsten Apps im Vergleich
Apple Pay
Apple Pay ist seit 2018 in Deutschland verfügbar und wird von den meisten großen Banken unterstützt, darunter Sparkassen, Volksbanken, Deutsche Bank, ING und Commerzbank. Die Einrichtung dauert wenige Minuten: Sie öffnen die Wallet-App auf Ihrem iPhone, fügen Ihre Debit- oder Kreditkarte hinzu, bestätigen per SMS-Code — fertig.
Im Alltag funktioniert Apple Pay zuverlässig. Sie halten Ihr iPhone oder Ihre Apple Watch ans Terminal, bestätigen per Face ID oder Touch ID, und die Zahlung ist abgeschlossen. Auch online können Sie in Safari mit Apple Pay bezahlen, ohne Kartendaten einzugeben.
Gebühren: Für Verbraucher fallen keine Gebühren an. Apple verdient an den Provisionen, die den Händlern berechnet werden.
Google Pay
Google Pay funktioniert auf Android-Smartphones und bietet im Kern dieselben Funktionen wie Apple Pay: NFC-Zahlung im Laden, Online-Zahlungen in Apps und auf Websites. Die Einrichtung erfolgt über die Google Wallet App. Unterstützt werden zahlreiche Banken, darunter Commerzbank, comdirect, DKB, ING und N26.
Ein Vorteil gegenüber Apple Pay: Google Pay lässt sich auch mit PayPal verknüpfen. Damit können Sie im Laden mit dem Smartphone bezahlen und den Betrag über Ihr PayPal-Konto abrechnen — auch wenn Ihre Bank Google Pay nicht direkt unterstützt.
Gebühren: Für Verbraucher kostenlos.
Samsung Pay
Samsung Pay ist die hauseigene Lösung für Samsung-Smartphones. Die Besonderheit: Samsung Pay funktioniert auch ohne NFC-fähiges Terminal, da die App zusätzlich MST (Magnetic Secure Transmission) unterstützt. In der Praxis hat das in Deutschland allerdings kaum Relevanz, da nahezu alle modernen Terminals NFC-fähig sind.
Samsung Pay arbeitet mit der Solarisbank zusammen und erstellt eine virtuelle Visa-Karte. Damit ist der Dienst bankunabhängig — ein Vorteil für Nutzer, deren Bank keine eigene Mobile-Payment-Lösung anbietet.
Gebühren: Für Verbraucher kostenlos.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Apple Pay | Google Pay | Samsung Pay |
|---|---|---|---|
| Betriebssystem | iOS | Android | Samsung (Android) |
| NFC | Ja | Ja | Ja + MST |
| Banken (DE) | 50+ | 30+ | Bankunabhängig |
| PayPal-Integration | Nein | Ja | Nein |
| Online-Zahlung | Ja (Safari) | Ja (Chrome, Apps) | Eingeschränkt |
| Authentifizierung | Face ID / Touch ID | Fingerabdruck / PIN | Fingerabdruck / PIN / Iris |
| Gebühren | Kostenlos | Kostenlos | Kostenlos |
Sicherheit bei Mobile Payment
Alle drei Anbieter setzen auf Tokenisierung und biometrische Authentifizierung. Die tatsächliche Kartennummer wird nie an das Bezahlterminal übermittelt. Für jede Transaktion wird ein einmaliger Token generiert — selbst bei einem Datenleck wäre dieser wertlos.
Zusätzlich müssen Sie jede Zahlung aktiv per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder PIN bestätigen. Im Gegensatz zur kontaktlosen Kartenzahlung, bei der Beträge unter 50 Euro oft ohne PIN durchgehen, bietet Mobile Payment damit eine durchgehende Absicherung.
Mein Rat: Aktivieren Sie zusätzlich die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei Ihrer Bank und nutzen Sie für öffentliche WLANs einen VPN-Dienst.
Nicht jeder Versuch im Mobile-Payment-Markt war erfolgreich: mpass wurde als deutsche Alternative zu Apple Pay und Google Pay positioniert, konnte sich aber nicht durchsetzen.
Akzeptanz in Deutschland
Die Akzeptanz von Mobile Payment ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Praktisch überall, wo Sie kontaktlos mit Karte bezahlen können, funktioniert auch die Smartphone-Zahlung. Das betrifft Supermärkte, Drogerien, Tankstellen, Restaurants und viele weitere Branchen. Lediglich in einigen kleineren inhabergeführten Geschäften kann es noch an der Kartenakzeptanz insgesamt scheitern.
Fazit: Welche App sollten Sie nutzen?
Die Wahl hängt in erster Linie von Ihrem Smartphone ab. iPhone-Nutzer verwenden Apple Pay, Android-Nutzer Google Pay. Samsung Pay ist eine Option für Samsung-Besitzer, deren Bank weder Apple Pay noch Google Pay unterstützt. Funktional nehmen sich die Dienste nicht viel — alle drei sind sicher, schnell und kostenlos.
Wenn Sie bisher noch nicht mit dem Smartphone bezahlen: Probieren Sie es aus. Die Einrichtung dauert weniger als fünf Minuten, und die Sicherheit ist objektiv betrachtet höher als bei der klassischen Kartenzahlung.
Alle Anbieter im direkten Vergleich finden Sie auf meiner eWallet-Übersichtsseite.